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Ratgeber

Reifenratgeber


Welche Reifen passen zu meinem Fahrzeug?

1. Reifengröße über den zu ersetzenden Reifen ermitteln

Werfen Sie einen Blick auf die Seitenwandbeschriftung des zu ersetzenden Reifens. Bitte beachten Sie, dass es zu unterschiedlichen Angaben bei Winter- und Sommerreifen kommen kann. Sie finden eine Angabe wie z.B.:

Reifenseitenwand
Informationen auf der Reifenseitenwand
195 = Reifenbreite in mm
65 = Querschnitt (Verhältnis Höhe zu Breite in Prozent)
R = Radialbauweise
16 = Felgendurchmesser (Zoll-Code)
70 = Tragfähigkeitsindex
H = Geschwindigkeitsindex


Reifentypen


1. Winterreifen

In Deutschland besteht seit dem 4. Dezember 2010 eine von den Witterungsverhältnissen abhängige Winterreifenpflicht. Auf Basis der gesetzlichen Winterreifenpflicht gilt ein Verbot der Nutzung von Sommerreifen bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“. Eine gesetzliche Definition von Winterreifen gibt es jedoch nicht.

Fahrzeughalter/innen sind bei diesen Witterungsverhältnissen gesetzlich dazu verpflichtet, Reifen zu verwenden, deren Profiltiefe und Struktur so konzipiert sind, dass sie bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen.

Für die Eignung eines guten Winterreifens gilt besonders zu beachten:

Experten raten zu einer Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern. Unterhalb dieser Profiltiefe sind Lamellen, die die Griffkanten des Reifens vergrößern, nicht mehr vollständig vorhanden. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass der Reifen auf eine darunterliegende Mischung abgefahren werden könnte. Dadurch würde der Winterreifen deutlich schlechtere Winter- und Nässeeigenschaften aufweisen und seine Wintertauglichkeit verlieren.

M+S steht für Matsch und Schnee. Diese Kennzeichnung darf jeder Hersteller an seinen Reifen anbringen, ohne dass es hierfür eine rechtliche Grundlage gibt.

Das Schneeflockensymbol garantiert, dass der Reifen bei den gesetzlich definierten Witterungsbedingungen (Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte) bessere Werte als der Vergleichsreifen aufweist und somit als wintertauglich gilt.

Winterreifen verfügen über bis zu 2.000 Lamellen, die für den gewünschten Verzahnungseffekt mit der Fahrbahnoberfläche sorgen, indem sie zusätzliche Griffkanten bilden.

Winterreifen haben eine spezielle Laufflächenmischung, die dafür sorgt, dass der Reifen auch bei tieferen Temperaturen nicht verhärtet.

2. Sommerreifen

Sommerreifen verfügen über eine Gummimischung, die auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich wird. Diese Mischung erlaubt höhere Geschwindigkeiten, bei relativ geringer Abnutzung. Hierbei gilt es, einen guten Kompromiss zwischen geringem Rollwiderstand und guter Haftung bei Nässe zu finden (Grip).

3. Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen (auch: Allwetterreifen) sind Reifen, die sowohl im Sommer als auch im Winter eingesetzt werden können. Der Aufwand für den zweimaligen Reifenwechsel pro Jahr entfällt.

Sie bilden einen Kompromiss zwischen Winter- und Sommerreifen. Allerdings verfügen sie nicht über die gleichwertigen Eigenschaften von Winterreifen und besitzen insbesondere im Sommer aufgrund ihrer weicheren Gummimischung einen höheren Abrieb und etwas erhöhten Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu saisonalen Reifen.


Technische Informationen


1. Geschwindigkeitsindex

Der Geschwindigkeitsindex ist eine Kennzifferntabelle, die Aufschluss über die zulässige Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen Reifens gibt. So kodiert z.B. das Geschwindigkeitssymbol (auch GSY genannt) „T“ eine maximal zulässige Geschwindigkeit von 190 km/h. Ihren Geschwindigkeitsindex finden Sie an der Seitenwand, direkt hinter den Reifendimensionen. In den nachfolgenden Tabellen sind alle Geschwindigkeitskennzeichnungen aufgelistet:

Klasse     Geschwindigkeit in km/h
A1     5
A2     10
A3     15
A4     20
A5     25
A6     30
A7     35
A8     40
B     50
C     60
D     65
E     70
F     80
G     90
J     100
K     110
L     120
M     130
N     140
P     150
Q     160
R     170
S     180
T     190
H     210
V     240
W     270
Y     300

2. Tragfähigkeitsindex (Last-Index)

Die Angaben zur Tragfähigkeit eines Reifens werden über den Tragfähigkeitsindex, auch Last-Index (LI) genannt, abgebildet. Jeder Reifen bekommt einen LI-Wert zugewiesen, der die jeweilige maximale Tragfähigkeit pro Einzelreifen darstellt. Eine Übersicht der Lastindizes ist in den nachstehenden Tabellen festgehalten:

Last-Index     Zulässige Tragfähigkeit in kg
50     190
51     195
52     200
53     206
54     212
55     218
56     224
57     230
58     236
59     243
60     250
61     257
62     265
63     272
64     280
65     290
66     300
67     307
68     315
69     325
70     335
71     345
72     355
73     365
74     375
75     387
76     400
77     412
78     425
79     437
80     450
81     462
82     475
83     487
84     500
85     515
86     530
87     545
88     560
89     580
90     600
91     615
92     630
93     650
94     670
95     690
96     710
97     730
98     750
99     775
100     800
101     825
102     850
103     875
104     900
105     925
106     950
107     975
108     1000
109     1030
110     1060
111     1090
112     1120
113     1150
114     1180
115     1215
116     1250
117     1285
118     1320
119     1360
120     1400
121     1450
122     1500
123     1550
124     1600

3. Reifen- und Felgentabelle

In der folgenden Tabelle finden Sie die zu Ihrer Felge passende Reifenbreite:
Felgenbreite in Zoll     Ideale Reifenbreite in mm     Minimale Reifenbreite in mm     Maximale Reifenbreite in mm
5,0     165 bzw. 175     155     185
5,5     175 bzw. 185     165     195
6,0     185 bzw. 195     175     205
6,5     195 bzw. 205     185     215
7,0     205 bzw. 215     195     225
7,5     215 bzw. 225     205     235
8,0     225 bzw. 235     215     245
8,5     235 bzw. 245     225     255
9,0     235 bzw. 245     235     265
9,5     255 bzw. 265     245     275
10,0     265 bzw. 275     255     285
10,5     275 bzw. 285     265     295
11,0     285 bzw. 295     275     305
11,5     295 bzw. 305     285     315
12,0     305 bzw. 315     295     325
12,5     315 bzw. 325     305     335

4. Reifenklassifizierungen: U.T.Q.G. (Uniform Tire Quality Grading)

Mit Hilfe der U.T.Q.G.-Reifenklassifizierung ist es möglich, einen Vergleich innerhalb von drei charakteristischen Reifenkategorien anzustellen. Zur Einteilung eines jeweiligen Reifens in eine bestimmte Kategorie werden, zum Teil unter Rennbedingungen, Verschleiß, Bodenhaftung und Erwärmungswiderstand geprüft.

5. Profiltiefe

Die Profiltiefe beträgt bei neuen Reifen ca. 8mm. Die einzuhaltende Mindestprofiltiefe wird vom Gesetzgeber mit 1,6mm vorgegeben. Spätestens dann müssen die Reifen ersetzt werden.

Für den Erhalt der Leistungsfähigkeit empfehlen Reifenhersteller bei Gebrauch von Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von 3mm (bei Winterreifen 4mm) nicht zu unterschreiten. Außerdem ist eine Montage mit gleicher Profilausführung auf allen 4 Radpositionen zu empfehlen und zumindest achsenweise einzuhalten.

6. Produktionsdatum

Im Laufe der Zeit beginnt ein Reifen seine Geschmeidigkeit zu verlieren. UV – Strahlung und Witterungseinflüsse sorgen für eine Versprödung der Gummimischung. Die Folge können Rissbildungen in den Gummilagen sein, die zu einem erhöhten Verkehrsrisiko führen.

Das Produktionsdatum sollte daher nicht länger als 36 Monate zurückliegen. Nur dann darf ein Reifen auch als Neureifen deklariert und verkauft werden.

7. EU–Reifenlabel

Das EU-Reifenlabel ist eine von der Europäischen Union eingeführte Kennzeichnungspflicht für Neureifen und gilt ab dem 01.11.2012. Auf dem Label werden Kraftstoffbrauch, Sicherheit und Geräuschemissionen übersichtlich zum Vergleich dargestellt. Der Buchstabe A steht hierbei für den jeweils besten Wert, G für den schlechtesten.